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Xiang Yang Market



12.4.2014

Markttag! Heute besuche ich den bekannten „Fake-Markt“ am Shanghaier Technik-Museum. Er besteht aus einer Unzahl kleiner Verkaufsbuden, dem Mannheimer Maimarkt nicht ganz unähnlich, nur nicht so ein Gedränge. Die Internetgemeinde schwört einen vorher darauf ein, niemals den geforderten Preis zu zahlen sondern bis zu 70% Preisnachlass rauszuhandeln.

Das funktioniert natürlich nur bedingt:

Zum einen steht dem der angeborene Jagdinstinkt des Beute machens um jeden Preis dagegen („Komm du mir nicht ohne was nach hause“).

Zum anderen ist das nicht gerade scheue, sondern geradezu provokativ auftretende Wild (Kauf! Mir! Was! AB!) durchgehend weiblich. Natürlich nutzt die Gegenseite damit die bekannten Schwächen der Bewohner des Abendlandes Menschen gegenüber, die dem Kindchen-Schema entsprechend (kleiner Wuchs, große traurige Augen, flehender Blick…). Alle sprechen allerdings perfekt englisch.

Die Männer fangen die durch ihr merkwürdiges Aussehen leicht zu identifizierenden Langnasen schon am Eingang des Marktes ab und versuchen das (sich selbst fälschlicherweise als Jäger der Schnäppchen betrachtende) Opfer zu den eigenen Leuten in die Läden zu treiben. Man(n) hat dazu scheckkartengroße Kärtchen dabei, wo man auf Tasche, Koffer, Uhr oder Klamotten zeigen kann und dann entsprechend der Höhle der Löwin zugeführt wird. Dort wird man dann Opfer seiner eigenen Empathie, wenn Preise gemacht werden „nur um irgendein Geschäft zu machen, weil ÜBERHAUPT NIX los“ sei.

Meine (Aus)Beute (woher kommt das Wort Ausbeute eigentlich? von Ausbeuten?) des ersten Kontakts mit dem Feind:

Beute 120414

  • Ein cool aussehender Koffer (35€), vermutlich den Launen der Kofferverteilanlage der Flughäfen nicht lange gewachsen

Anmerkung des Autors 2017: Der Koffer lebt immer noch, ein sehr robustes und    

         leichtes Stück! Ich habe nochmals zwei in knall-Orange dazugekauft. Natürlich im

        Fake-Markt.

  • Zwei „Levis-501“ Jeans
  • eine grüne „Jeep“-Hose, 2 Nummern zu groß (40€, North Plaza A3-63 E&A Jeans shop)
  • Ein sehr schöner Ledergürtel mit dem Logo D&G (heißt vermutlich Doof&Geil oder so, keine Ahnung), 20€

Kofferhoffer

Den unzähligen weiteren Angeboten für Geldbeutel, iPad-Hüllen, angebliche iPhones etc konnte ich durch rechtzeitige Fluchtbewegungen entgehen.

Anmerkung des Autors 2018: Mittlerweile haben wir unsere Lieblings-Shops und gehen immer direkt dahin. Die Preise sind entsprechend OK, zu beiderseitigem Profit.

 

 

Eine Antwort zu “Xiang Yang Market

  1. Mela

    14. April 2014 at 16:57

    Hahaha da wäre ich ja gerne dabei gewesen 😀

     

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