30.7.2014
In Deutschland glaubt man fest an den repressiven Polizeistaat China, der die Mitbürger knechtet, bei Murren ins Gefängnis steckt und bei Bedarf einfach enteignet.
Informationen wie es in der Realität aussieht erhält man nur, wenn sich der Westeuropäer dabei über die Chinesen amüsieren kann (siehe http://www.spiegel.de/panorama/china-laufbahn-um-sportplatz-mit-kurven-im-rechten-winkel-gebaut-a-983515.html
Dabei wird offenbar, dass es in China zwar (genau wie in Deutschland) viele Gesetze und Regeln gibt, diese aber oft nicht rigoros umgesetzt werden (ganz im Gegensatz zu Deutschland!).
Die vielen Berichte in ShanghaiDaily, wo Scooterfahrerinnen (!) Polizisten ohrfeigen wegen eines Strafzettels zeigen deutlich, daß Chinesen sich nicht von Staatsmacht beeindrucken lassen, sondern ihren gesunden Menschenverstand nutzen, wenn sie Regelungen für inakzeptabel halten.
Und was das Thema Enteignung betrifft: Das geht in Deutschland viel einfacher, jedenfalls wenn das Haus oder gleich das ganze Dorf einem Braunkohleabbau im Weg steht.
In China ist das nicht so leicht wie folgende Bilder zeigen:
Dieser Herr wollte sein Haus nicht aufgeben. Die Straße wurde kurzerhand trotzdem gebaut. Jetzt hat er eine hervorragende Verkehrsanbindung.
In Deutschland hätte man ihm einen Räumungsbefehl zugestellt und die Bude abgerissen.
Hier zu sehen: Ein Grab, das die Angehörigen nicht umsiedeln wollten. Es stand dem Bau eines Hochhauses im Wege. Also wurde drum herumgebaut.
In Deutschland hätte man die Friedhofsordnung zu Rate gezogen und den Sarg ohne Federlesens umquartiert.
Dieser Herr hat offensichtlich an der falschen Stelle geparkt. Man hat das Auto aber nicht beschädigt, sondern vorsichtig darum herum gearbeitet.
In Deutschland wäre es kostenpflichtig abgeschleppt worden.
Ein Tempel bringt uns Gott oder Göttern näher. Da die im Himmel wohnen muß man denTempel möglichst nahe den Wolken plazieren. Was wäre also naheliegender als das Dach eines Hochhauses? Die Dächer von Wohnhochhäusern werden in China sowieso mit kreativen Dachkonstruktionen versehen, damit sie nicht )wie die in Deutschland!) nach sozialem Wohnungsbau aussehen.
Also flugs einen Tempel auf den (für die Allgemeinheit zugänglichen) Dachgarten gebaut:
Das sollte man mal in Deutschlanld probieren. Man wird sich dann über jede Menge Besuch einheitlich gekleideter Mitbürger freuen dürfen, die in diesem Fall wenig bis nichts von Religionsfreiheit halten.
Ein Penthouse bietet viel Platz, gute Aussicht in alle Richtungen, kann aber aus gartentechnischer Sicht noch optimiert werden. Dieser in der Zwischenzeit weltbekannte Bau besteht aus einer artifiziellen Felslandschaft auf dem Dach des Hauses. Die Anwohner leben jetzt in der Furcht, das Hochhaus könnte unter der (ungeplanten) Gewichtsbelastung zusammenbrechen.
In Deutschland wäre die Polizei und diverse Amtsschimmel bereits nach den ersten Felsen ausgeritten um dem Treiben behördenmäßig ein Ende zu bereiten.